Warnstreik bei Batteriesysteme-Pionier BorgWarner Akasol GmbH in Darmstadt

Gehaltsniveau etwa 20% unter dem Flächentarifvertrag
IG Metall

„WIR stehen gemeinsam für Tarifbindung!“ steht auf einem Banner, dass die Beschäftigten der BorgWarner Akasol GmbH am Freitag, den 8. September um 5 Uhr morgens auf den leeren Darmstädter Straßen in die Luft halten.

Dass dies keine leere Parole ist, haben die Beschäftigten direkt unter Beweis gestellt. Die Nachtschicht des Hightech-Unternehmens war von 5 bis 6 Uhr zum Warnstreik aufgerufen. 60 Kolleginnen und Kollegen an der Zahl wurden aufgerufen – 60 sind gekommen. „Eine grandiose Bilanz“ resümiert der zuständige Gewerkschaftssekretär Max Zeiher.

Das Unternehmen, welches Hochleistungsbatteriesysteme für Nutzfahrzeuge, LKW, Busse und Schiffe herstellt, ist seit Juni dieses Jahres zu Tarifverhandlungen aufgerufen. Die IG Metall fordert die Anerkennung aller Flächentarifverträge der Metall und Elektroindustrie. Zwei Verhandlungstermine haben laut Max Zeiher bereits
stattgefunden, aber ohne konkretes Ergebnis. „Wir erwarten vom Management bei BorgWarner Akasol einen konkreten und belastbaren Zeitplan. Bisher spielt der Arbeitgeber offensichtlich auf Zeit. Dabei haben die Beschäftigten keine Geduld mehr. Das sieht man auch an der guten Beteiligung beim Warnstreik.“

Laut IG Metall haben sich die Beschäftigten bereits im März betriebsöffentlich auf einer Betriebsversammlung dafür ausgesprochen, in Tarifverhandlungen einzusteigen. Seit dem hat sich laut IG Metall der Batteriebauer jedoch viel zu wenig bewegt.

Das Gehaltsniveau liegt laut IG Metall auf das Jahr gerechnet etwa 20% unter dem Flächentarifvertrag, die Wochenarbeitszeit beträgt 40h anstatt 35h die Woche. Bei BorgWarner Akasol arbeiten knapp über 700 Beschäftigte. Die Batteriefertigung ist für die IG Metall ein wichtiger Zukunftsbestandteil der südhessischen Industrie.

Zukunft haben allerdings laut der Gewerkschaft nur Unternehmen, die den Mindeststandard des Tarifvertrages erfüllen.

Die nächste Verhandlung ist am 12. September 2023.

Der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Darmstadt erwartet einen schnelleren Zeitplan und fordert gegenüber dem Arbeitgeber mehr Gesprächstermine für Verhandlungen: „Wir kooperieren mit allen Arbeitgebern, die bereit sind, die Transformation sozial und gerecht zu gestalten. Andernfalls werden sie den Willen und die Kraft der Belegschaft, die für ihre berechtigten Interessen solidarisch einstehen, deutlich spüren“, so der Geschäfts- und Verhandlungsführer der IG Metall, Daniel Bremm.

 

10.09.2023