Internationale Solidarität

"Nur Gerechtigkeit schafft Frieden. Und das fehlt einfach."

Johannes Borgetto ist heute im „Unruhestand“. Davor war er zwanzig Jahre in der Studentenseelsorge tätig und dann dreizehn Jahre bei der Caritas in der Beratung von Migranten und Flüchtlingen. Ehrenamtlich befasst er sich nach wie vor mit dem interreligiösen Dialog, ist aktiv in der Flüchtlingsarbeit und im „Israel-Palästina Solidaritätskreis“. Letzteres brachte ihm den Vorwurf der „Einseitigkeit“ ein, von der jüdischen Gemeinde und von israelfreundlichen Gruppierungen und in der Folge auch von seinem früheren Arbeitgeber.

Kontakt: j.borgetto@online.de

Widerstand und Selbsthilfe in Griechenland

Gisela Oertwig arbeitet mit in der Griechenland Solidaritätsgruppe Darmstadt. Sie war dieses Jahr zweimal in Griechenland, um sich dort über die Folgen der Sparpolitik für die Bevölkerung und über den Widerstand dagegen zu informieren. siehsmaso befragte sie zu ihren Eindrücken, die sie auf diesen Reisen gewonnen hatte.


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Siehsmaso:
Du warst 2013 zweimal mit Solidaritätsdelegationen in Griechenland. Welchen Hintergrund hatten diese Delegationen?

Wo gewerkschaftliches Engagement gefährlich ist

Für den 22. Januar waren zwei Gewerkschafter aus Bursa zu einer Veranstaltung der „AG Migration und Vielfalt der SPD Hessen Süd“ und des DGB-Stadtverbandes Darmstadt eingeladen.  Die beiden Gewerkschafter aus Bursa, der Partnerstadt Darmstadts in der Türkei, sollten über die „aktuelle Situation der Arbeitnehmerbewegungen und –rechten“ informieren“, hieß es in der Einladung. Eingeladen waren Ayhan Ekinei vom Gewerkschaftsdachverband DISK und Hasan Özalydin von der Gewerkschaft KESK, einem Zusammenschluss von Gewerkschaften des Öffentlichen Dienstes.

Solidarisch mit den Beschäftigten des griechischen Senders ERT

Unerwartete Brisanz erhielt die Reise einer Gruppe des Darmstädter DGB nach Griechenland. Eigentlich war sie unterwegs, um dem Arbeiterzentrum in Livadia, einer Stadt in Mittelgriechenland, Spendengelder zu überbringen. Dabei gerieten Teilnehmer jedoch mitten in die Auseinandersetzung um die Schließung des staatlichen Rundfunk- und Fernsehsenders ERT und konnten dort ihre Unterstützung für den Widerstand der Beschäftigten zum Ausdruck bringen.

Verzweifelter Kampf

Das Dorf Nabi Saleh liegt unweit von Ramallah auf einem Bergkamm. Tagsüber sind die Straßen meist leer. Als der Bus mit Studierenden der TU Darmstadt auf dem Dorfplatz hält, sind nur einige Kinder draußen. Der Besuch in Nabi Saleh, einem Dorf, dessen Bewohner seit einiger Zeit im Konflikt mit den israelischen Behörden liegen, gehört zum Programm einer Exkursion der TU Darmstadt. Ihre Teilnehmer reisen seit zwei Wochen durch Israel und die palästinensischen Gebiete, sie haben mit jüdischen Siedlern auf den Golanhöhen gesprochen und mit Studierenden der Birzeit-Universität in Ramallah.

Studentenbegegnung im Krisengebiet

An der Einfahrt zum Campus der palästinensischen Birzeit-Universtität vor den Toren Ramallahs steht ein rot-weißes Schild. Darauf ist ein Revolver abgebildet, in arabischer Schrift wird darauf hingewiesen, dass auf dem Universitätsgelände keine Schusswaffen mitgeführt werden dürfen. Einige der deutschen Studierenden, die in einem Reisebus die Einfahrt passieren, fotografieren das Schild. An ihrer Universität gibt es solche Schilder nicht.

Geliebtes Elend

Der Ostjerusalemer Stadtteil Silwan bietet ein trostloses Bild. In den engen Gassen türmt sich der Müll, die Wände sind mit Graffitis besprüht. Je höher die Sonne steigt, desto penetranter wird der Geruch der Abfälle. Dann ist kaum jemand auf den Straßen.